Reibekuchen ab November 2014 immer montags im Meyer's


Rievkoche (Reibekuchen, Kartoffelpuffer, Reiberdatschi und, und, und…): Ein einfaches und beliebtes Gericht, dass im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus unter vielen Namen und in mannigfaltigen Variationen bekannt ist. Aber, wie kann es anders sein, der originale Rievkoche stammt natürlich aus Köln.

Früher war die Kartoffel ein Hauptnahrungsmittel der Kölner Bevölkerung. Die Hausfrauen standen vor der Aufgabe, in Ermangelung erschwinglicher Lebensmittel die Kartoffel auf immer neue Art zuzubereiten, um Abwechslung auf den Tisch zu bringen. So entstand der Rievkoche, zubereitet aus geriebenen Kartoffeln (Ädäppel) und Zwiebeln (Ölig), zuweilen gestreckt mit Haferflocken, in Öl gebraten. Das duftet und schmeckt. Wer konnte, veredelte dieses Gerichte mit Rübenkraut oder Klatschkies (Quark), eventuell noch auf einer Schwarzbrotschnitte dargereicht.

Heute ist der original Kölner Rievkoche eine wahre Delikatesse, denn in vielen Gaststätten, nicht nur in den Brauhäusern, wird er angeboten mit Tatar, Lachs oder Matjes. Da die Kölner schon immer Händler und Krämer waren, machten die Hausfrauen früher auch mit den Rievkoche ihre Geschäfte. So verkauften sie in der Schemmergasse und den umliegenden Gassen Rievkoche aus dem Küchenfenster an Passanten. Diese Gassen wurden daher im Volksmund auch als Rievkocheallee bezeichnet.

Heute noch ist der Reibekuchen ein fester Bestandteil Kölner Gaumenfreuden, und das nicht nur zur Karnevalszeit. Jeder Jahrmarkt ist selbstverständlich mit einer Reibekuchenbude bestückt, selbst auf den Weihnachtsmärkten ist die Rievkochebud ständig umlagert. Wie sehr der Kölner seine Reibekuchen liebt, konnte man feststellen, als im Rahmen der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes die dort seit Jahrzehnten angesiedelte Reibekuchenbude weichen musste. Der Aufschrei der Kölner war unüberhörbar. Die Bude war Bestandteil Kölner Identität, fast so wie der Kölner Dom. Man sehnte sich in der Ferne eben nicht nur nach der Aussicht auf den Dom sondern auch nach dem Duft des Reibekuchens.

Und nicht zuletzt kennt das Kölner Liedgut Hymen auf den Rievkoche. So heißt es in einer Parodie: „Un wenn nix mih flupp, leeve Pitter., leeve Jupp, dann weed nit üvverlaat, dann weed einfach objemaat – en Rievkochebud, en Rievkochebud, en Rievkochebud om Alder Maat“. Diese Gerichte sind beileibe keine Arme-Leute-Essen, sondern Kult in den Kneipen.